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Der Paritätische im Kreis Mettmann

... ist der Dachverband für derzeitig 65 gemeinnützige Organisationen.
Diese halten mit ihren Angeboten, Diensten und Einrichtungen vielfältige soziale Hilfen für die Menschen im Kreis Mettmann bereit.



Pressemitteilung der freien Wohlfahrtspflege NRW vom 28. März 2012

Bildungs- und Teilhabepaket gehört abgeschafft!

Wohlfahrtsverbände fordern echte Chancen für benachteiligte Kinder
und Investitionen in die soziale Infrastruktur des Landes

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© Thommy Weiss / pixelio.de

Das Ende März 2011 eingeführte Bildungs- und Teilhabepaket ist
gefloppt. Gebracht hat es viel Bürokratie und Verunsicherung, aber keine echte
Verbesserung der Chancen von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Zu diesem
Ergebnis kommen die Wohlfahrtsverbände NRW ein Jahr nach rückwirkendem
Inkrafttreten des entsprechenden Bundesgesetzes.
Eine aktuelle Abfrage der Freien Wohlfahrtspflege in den Kommunen belegt: Weniger als
die Hälfte der Leistungsberechtigten beantragen überhaupt Unterstützung aus dem
Bildungs- und Teilhabepaket, nur ein Bruchteil – rund ein Viertel – der vom Bund
bereitgestellten Mittel wird abgerufen. Dort, wo Leistungen aus dem Paket in Anspruch
genommen werden, sind es vor allem Zuschüsse zum Mittagessen, gefolgt von
Zuzahlungen für Tagesausflüge und Klassenfahrten. Mittel für Sport- und Kulturangebote
sowie Lernförderung oder den Bus zur Schule werden hingegen kaum nachgefragt.
Die Gründe für die Nichtinanspruchnahme sind gleichermaßen vielfältig wie strukturell
bedingt. Sie reichen von der mangelhaften Information der Eltern und Institutionen bis zu
aufwändigen, stigmatisierenden und schlicht absurden Verfahren: Lernförderung gibt es
beispielsweise nur, wenn unmittelbar die Versetzung eines Kindes gefährdet ist, die Eltern
ein entsprechendes Gutachten der Schule vorlegen, sie in finanzielle Vorleistung gehen
und zum Teil monatelange Bearbeitungszeiten hinnehmen. Die Eltern fühlen sich oft als
Bittsteller, in den Einrichtungen bindet die Bürokratie wertvolle Ressourcen und bei den
Kindern kommt am Ende nur wenig bis gar nichts an.
Die Freie Wohlfahrtspflege NRW fordert deshalb:
Statt weiter viel Geld in ineffiziente, absurde und würdelose Antrags- und Prüfverfahren für
individuelle Einzelleistungen zu pumpen, muss in die Verbesserung der sozialen
Infrastruktur in der Fläche investiert werden. Konkret bedeutet das: Mehr qualifiziertes
Personal in Kindergärten und Tagesstätten sowie Sozialarbeiter und kostenloses
Mittagessen in den Schulen! Zudem fordern die Verbände niedrigschwellige Zugänge zu
Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Ein
10-Euro-Zuschuss für den Fußballverein ist nicht nur unzureichend, er geht schlicht an der
Realität vorbei.



Steuerpflicht für Bundesfreiwilligendienst:
Paritätischer fordert Ende der Debatte

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© Simon Kraus - Fotolia.com

Berlin, 7.03.2012 Als völlig falsches Signal kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband die heute bekannt gewordenen Pläne des Bundesfinanzministers, die Bezüge der Bundesfreiwilligen künftig besteuern zu wollen. Der Verband fordert die Bundesregierung auf, mehr Geld für den Ausbau des Bundesfreiwilligendienstes zur Verfügung zu stellen, anstatt unsinnige Steuerdebatten zu führen.

Selbst wenn eine Steuerpflicht in der Praxis für die Mehrheit der Bundesfreiwilligen keinerlei spürbaren Auswirkungen habe, sei der bürokratische Aufwand immens. Außerdem würden die Menschen verunsichert, da sie im Einzelfall nicht wüssten, ob sie Steuern zahlen müssten oder nicht. „Ein solcher Schildbürgerstreich hat mit dem viel beschworenen Bürokratieabbau nichts zu tun“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen.

Der Verband fordert die Bundesregierung auf, der Debatte ein Ende zu setzen. „Ausgerechnet jetzt, wo die Anlaufschwierigkeiten überwunden sind und der Bundesfreiwilligendienst zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden ist, sorgt der Finanzminister für neue Verunsicherung bei Freiwilligen und Einsatzstellen. Statt das Geld in die Verwaltung zu pumpen, sollte es lieber in die Schaffung neuer Freiwilligendienstplätze investiert werden“, fordert Schneider.

Die Nachfrage nach dem Bundesfreiwilligendienst sei deutlich höher als die vorhandenen Plätze. Allein unter dem Dach des Paritätischen engagieren sich aktuell 3800 Menschen im neuen Bundesfreiwilligendienst. 2200 zusätzliche Bundesfreiwillige könnten sofort beschäftigt werden, wenn weitere Plätze finanziert würden. „Es ist ein außerordentlich positives Signal für unsere Gesellschaft, dass so viele Menschen jeden Alters bereit sind, sich für die Gemeinschaft zu engagieren. Dieses Potenzial darf jetzt nicht ausgebremst, sondern muss unterstützt werden“, so Schneider.



Arme Kinder - Arme Eltern

Kein Grund zur Entwarnung:
Paritätische Studie belegt dramatische Kinderarmut durch Hartz IV

„Kinderarmut geht zurück“ – Mit dieser Schlagzeile wurden wir Ende Januar überrascht. Die Zahl der Kinder in Hartz IV sei in den letzten fünf Jahren um über 14 Prozent zurückgegangen. Die gute Arbeitsmarktentwicklung und die Bemühungen der Jobcenter speziell um Mütter mit Kindern hätten dies möglich gemacht. Wir nahmen dies zum Anlass genauer hinzuschauen und die Aussagen zu überprüfen.

Das Ergebnis: zu Jubel besteht absolut kein Anlass. Wir haben in Deutschland nach wie vor eine skandalös hohe Kinderarmut. Kinder sind nach wie vor besonders stark von Hartz IV betroffen. Rückgänge gibt es zwar in einzelnen Regionen. Bundesweit ist jedoch bisher noch kein wirklicher positiver Trend auszumachen. Die gute Arbeitsmarktentwicklung kommt bei den Kindern in Hartz IV kaum an. Leidtragende sind in erster Linie kinderreiche Familien und Alleinerziehende.

Details finden Sie im Internet unter: www.der-paritaetische.de/armekinder

Entwicklung SGB II-Quote von Kindern unter 15 Jahren seit 2005 – Ruhrgebiet



Unsere Mitgliedsorganisation Freundeskreis Sozialpsychatrie Niederberg e.V. veranstaltet in diesem Jahr eine Vortragsreihe mit dem Titel: "Psychische Erkrankungen im Alltag".
Die erste dieser Veranstaltungen fand am 2. Februar 2012 unter der Schirmherrschaft von Herrn Kreisdirektor Richter in Velbert-Niederberg statt. Hierzu die folgende Berichterstattung:
Auszug aus der WAZ ( Velberter Zeitung) vom 14.02.2012
Ein Artikel von WAZ-Readakteur Klaus Kahle

Arbeitslosigkeit macht krank – und umgekehrt

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© James Peragine - Fotolia.com

Werden arbeitslose Menschen krank oder werden kranke Menschen arbeitslos? – Beides ist zutreffend, erfuhren die Zuhörer, die zum Auftakt der neuen Vortragsreihe vom „Freundeskreis Sozialpsychiatrie Niederberg“ (FSN) in die Mehrzweckhalle an der Nordstraße gekommen waren.

Derweil die zugehörigen Einrichtungen wie „SGN“ und „Garbe“ oder auch die kooperative Unternehmung namens „Tipi“ fürs operative Geschäft zuständig seien und die eigentliche tägliche Arbeit umsetzten, erläuterte FSN-Vorsitzender Christian Schölzel im Gespräch mit dieser Zeitung, wolle der Freundeskreis mit der Reihe „Psychische Erkrankungen im Alltag“ jetzt wieder aktiver werden. Der Verein besteht seit 1978 und zählt aktuell rund 40 Mitglieder.

„Eine psychische Erkrankung ist der sicherste Weg, durch das soziale Netz zu fallen“, sagt Martin Richter, der die Schirmherrschaft für die FSN-Reihe übernommen hat.
Ein fataler Teufelskreis.

Für den Kreisdirektor ist es als erster Schritt notwendig, Zugang zu den betroffenen Menschen zu bekommen und sie überhaupt dazu zu bewegen, die bestehenden Möglichkeiten und Hilfen in Anspruch zu nehmen. Richter weiß um die „Vereinsamung“ derer, „die die heutige Taktung nicht mehr mitmachen und vollhalten können. Und das bei zunehmender Betonung von Leistung“.

„Arbeitslosigkeit kann die seelische und in der Folge auch die körperliche Gesundheit beeinträchtigen und gefährden“, führte der Referent, Dr. Gabriel Ehren (Bundesagentur für Arbeit), aus. Doch gelte das leider auch umgekehrt, so der Psychotherapeut und Sozialmediziner weiter: „Krankheit macht auch oft arbeitslos, und das kann dann schnell ein ganz fataler Teufelskreis werden.“

Ehren: „Krankheit und Arbeitslosigkeit machen arm, grenzen aus und stigmatisieren. Wenn wir in den Prozess der Entstigmatisierung kommen würden, wäre das schon ein gewaltiger Schritt nach vorne.“



Verhärtete Armut - Paritätischer legt Armutsbericht 2011 vor

Vor einer Vorfestigung der Armut auf Rekordniveau warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband anlässlich der Veröffentlichung seines Armutsberichtes 2011. Scharfe Kritik übt der Verband an der Sozialpolitik der Bundesregierung. Er fordert die Bundesregierung zu einer rigorosen armutspolitischen Kehrtwende auf.

Rund 12 Millionen Menschen sind laut Paritätischem Armutsbericht in Deutschland armutsgefährdet – 14,5 Prozent der Bevölkerung. Alarmierend sei, dass auch in Jahren mit starkem Wirtschaftswachstum wie 2006, 2007 oder 2010 die Armut nicht zurückgegangen sei. „Es handelt sich um eine Verhärtung der Armut auf sehr hohem Niveau“, stellt Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider fest. „Wo die Wirtschaft nicht für sozialen Ausgleich sorgt, ist die Politik gefordert.“

Nach der Studie, die den Zeitraum 2005 bis 2010 umfasst, zeigen insbesondere die Bundesländer Berlin und Nordrhein-Westfalen einen deutlichen Negativtrend. Besonders besorgniserregend sei die negative Entwicklung im Ruhrgebiet. Sehr hohe Armutsquoten mit seit Jahren steigender Tendenz im größten Ballungsgebiet Deutschlands müssten in der Politik sämtliche Alarmglocken läuten lassen. „Wenn dieser Kessel mit fünf Millionen Menschen einmal zu kochen anfängt, dürfte es schwer fallen, ihn wieder abzukühlen“, warnt Schneider.

Den Bericht, weitere Infos und eine detaillierte Suchfunktion nach Postleitzahlen finden Sie im Internet unter:

Armutsatlas für Regionen in Deutschland 2011

 

Mehr für Kinder
Das Mettmanner Bündnis engagiert sich aktiv gegen Kinderarmut. Weitere Informationen erhalten Sie hier. [Mehr]


 
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