Vier Jugendliche von hinten zu sehen auf dem Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen

Wege der Erinnerung

SC Aleviten Paderborn mit Julius Hirsch Preis des DFB ausgezeichnet

Beim Sportverein SC Aleviten Paderborn, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, sind Menschen mit vielen verschiedenen kulturellen Hintergründen aktiv. Sie treiben Sport und setzen sich auf vielfältige Weise für ein gutes gesellschaftliches Miteinander, Integration und Teilhabe ein. Mit dem Projekt „Wege der Erinnerung“ bringt der Verein seinen jungen Fußballern deutsche Geschichte näher und zeigt mit seinen Fahrten zu KZ-Gedenkstätten, wie Erinnerungskultur in einem kulturell immer vielfältiger werdenden Deutschland funktionieren kann. Dafür erhielt der SC Aleviten Paderborn nun den Julius Hirsch Preis 2018 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Beispielhafter Einsatz


Mit dem Preis erinnert der DFB an den Fußball-Nationalspieler Julius Hirsch, der 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet wurde. Ausgezeichnet werden Personen, Initiativen und Vereine, die sich als Aktive auf dem Fußballplatz, als Fans im Stadion, im Verein und in der Gesellschaft beispielhaft gegen Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sowie für die Unverletzbarkeit der Würde des Menschen und gesellschaftliche Vielfalt einsetzen.

Erinnerungskultur in einem kulturell vielfältigen Land


Für das Projekt „Wege der Erinnerung“ erhielt der SC Aleviten Paderborn den ersten von insgesamt drei Preisen. Der DFB würdigt damit das besondere Engagement des Vereins, das zeigt, wie Erinnerungskultur in einem kulturell immer vielfältiger werdenden Deutschland funktionieren kann. Im Rahmen des ausgezeichneten Projekts beschäftigten sich junge Fußballer im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, darunter auch geflüchtete Jugendliche, mit dem Nationalsozialismus, dem Holocaust und dem Thema Antisemitismus. Gemeinsam mit einer polnischen Schulklasse besuchten sie drei Tage lang die KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück, recherchierten die Biografien von Lagerinsassen und besprachen das Erlebte. Zurück in Paderborn fassten sie ihre Erfahrungen für ihre Eltern und andere Vereinsmitglieder zusammen.

Im Rahmen des Projekts „Wege der Erinnerung“ besuchten die jungen Fußballer die KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück.
©SC Aleviten Paderborn
Gemeinsam mit polnischen Jugendlichen beschäftigten sie sich intensiv mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust.
©SC Aleviten Paderborn
Für viele der Jugendlichen, die teilweise erst kurze Zeit in Deutschland leben, war es das erste Mal, dass sie sich mit diesem Teil der deutschen Geschichte auseinander gesetzt haben.
©SC Aleviten Paderborn
Im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund erhielt der SC Aleviten Paderborn den Julius Hirsch Preis 2018.
©SC Aleviten Paderborn