Gruppenfoto anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums des PatientInnen-Netzwerks NRW.

20 Jahre Kampf für Patient*innenrechte in NRW

Ökonomisierung zentrales Thema bei Jubiläum des PatientInnen-Netzwerks NRW

Viel erreicht, viel zu tun: Seit 20 Jahren kämpft das PatientInnen-Netzwerk NRW für die Rechte von Patient*innen in NRW. Unter dem Titel „Beteiligen, mitmischen, verändern“ fand heute eine Fachtagung in Gelsenkirchen statt. Begrüßt wurden die rund 60 Teilnehmenden von Claudia Middendorf, der Landesbeauftragten für Patientinnen und Patienten und für Menschen mit Behinderung. Doch wurde anlässlich des Jubiläums nicht nur die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre gefeiert: Zentrales Thema war die Ökonomisierung im Gesundheitswesen und ihre Folgen für die Patient*innen in NRW.

Ist eine Operation medizinisch notwendig oder stehen doch wirtschaftliche Gründe des Krankenhauses dahinter? Ist die mit privater Zuzahlung verbundene Vorsorgeleistung medizinisch sinnvoll oder wird sie vielleicht doch nur aufgrund der Kassenlage der Praxis empfohlen? Gerade in Zeiten knapper Kassen und einer fortschreitenden Ökonomisierung des Gesundheitswesens gibt es viel zu tun für die im PatientInnen-Netzwerk NRW engagierten Gruppen und Initiativen. Gemeinsam engagieren sie sich dafür, dass Menschen, die sich in ärztlicher Behandlung befinden, mehr Rechte bekommen. Sie sollen befähigt werden, auf Augenhöhe mit den im Gesundheitswesen Tätigen zu agieren. Auch für eine verbesserte Qualität und Transparenz von Diagnose und Therapie macht sich das Netzwerk stark.

Ins Leben gerufen wurde das PatientInnen-Netzwerk 1999 vom Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Mitgliedsorganisationen des Verbandes wie zum Beispiel der Sozialverband VdK NRW, der Gesundheitsladen Bielefeld oder der Gesundheitsladen Köln, die bis heute aktiv dabei sind. Über die Jahre hat sich das Netzwerk geöffnet und ist zu einem breiten Bündnis der Patient*innen- und Selbsthilfeorganisationen herangewachsen. Mit an Bord sind auch die Landesseniorenvertretung oder die KOSKON NRW (Koordination für die Selbsthilfe-Unterstützung in NRW). Ebenfalls ein wichtiger Akteur: die Gesundheitsselbsthilfe NRW als Zusammenschluss zahlreicher Selbsthilfe-Landesverbände wie der Deutschen Rheuma-Liga NRW, der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft oder der Frauenselbsthilfe nach Krebs.

Hintergrund: Das PatientInnen-Netzwerk NRW

Das PatientInnen-Netzwerk NRW ist der Ort für verschiedene Akteure aus dem Gesundheitsbereich, die sich mit Gesundheitspolitik aus Patient*innensicht beschäftigen. Das Gremium dient der Vernetzung und dem Austausch untereinander. Ziel ist es, die Beteiligung von Patient*innen im Gesundheitswesen zu verbessern, ihre Rechte zu stärken und ihre Interessen gegenüber Kostenträgern und Politik zu vertreten.

Mitglieder des PatientInnen-Netzwerks sind in verschiedenen landespolitischen Gremien vertreten und sorgen dort dafür, dass die Belange von Personen in ärztlicher Behandlung ernst genommen werden. Ein Schwerpunkt der Netzwerk-Arbeit ist dabei das Thema Beteiligung: Gemeinsam mit den gesetzlichen Patientenvertreter*innen engagiert sich das PatientInnen-Netzwerk NRW beispielsweise seit 2016 im Projekt „Patientenbeteiligung NRW“. Träger des Projektes ist der Gesundheitsladen in Köln, eine Mitgliedsorganisation des Paritätischen NRW. Es wird gefördert vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW).

Koordiniert wird das PatientInnen-Netzwerk vom Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW. Zu den Mitgliedern gehören:

  • Sozialverband VdK NRW
  • Gesundheitsladen Bielefeld
  • KOSKON NRW
  • Gesundheitsladen Köln
  • Landesseniorenvertretung NRW
  • Selbsthilfeakademie NRW
  • Gesundheitsselbsthilfe NRW
  • Für die Selbsthilfe-Kontaktstellen in NRW die Selbsthilfe-Kontaktstelle Rhein-Sieg-Kreis
  • Der Paritätische NRW, Geschäftsbereich Engagement, Nutzer/-innen, Selbsthilfe und Gesundheit